Sicherheit in Kambodscha

Patrick Woessner am
Sicherheit in Kambodscha
Kambodscha ist ein armes Land und wo immer es schwierig ist, mit ehrlicher Arbeit Geld zu verdienen, steigt der Anreiz für Kriminalität. Dennoch habe ich Kambodscha immer als relativ sicher erlebt. Achtsam sollte man vor allem bzgl. Taschendiebstählen sein.
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Die Frage nach der Sicherheit in Kambodscha kommt aei vielen Reisenden früher oder später während der Reiseplanung auf. Doch wie gefährlich ist Kambodscha wirklich?

Kambodscha ist ein Entwicklungsland mit geringem Pro-Kopf-Einkommen (auch regional z.B. im Vergleich zum Nachbarland Thailand).

Dennoch gilt: Jedes Jahr kommen viele Touristen, haben einen schönen Aufenthalt und reisen wohlauf wieder ab. Unterm Strich gilt Kambodscha vielen als relativ sicheres Reiseland.

Nachfolgend findest Du einige Tipps zur Kambodscha-Sicherheit.

Kambodscha als Reiseland verstehen

Kambodscha galt lange Zeit als gefährliches Reiseland in Südostasien. Das hat sich jedoch unlängst geändert, wobei einige Probleme bleiben.

Bis heute liegt das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen bei unter 100 US$ pro Monat.

Das vergangene Schreckensregime der Roten Khmer belastet bis heute die ältere Generation. Das sind Faktoren, die Kriminalität begünstigen können.

Bis zur Jahrtausendwende galt Kambodscha als Hort des Verbrechens un der organisierten Kriminalität in Südostasien. Seitdem hat sich viel geändert und Kambodscha ist bedeutend sicherer geworden.

Kommentar von Patrick

Klar gibt es Sicherheitshinweise, die Du berücksichtigen solltest. Nach mehreren Reisen liegt es mir aber nicht nahe, zu sagen, es gäbe ein gravierendes Problem bei der Sicherheit in Kambodscha.

Was Du zur Sicherheit bei Reisen im heutigen Kambodscha wissen solltest und wo mögliche Gefahren liegen, dazu versuche ich Dir nachfolgend die wichtigsten Tipps zusammenzustellen.

Kriminalität in Kambodscha

Kambodscha galt einst als Zentrum der organisierten Kriminalität und des Drogenhandels in Südostasien. In den 90er-Jahren konnte man Kambodscha durchaus als gefährlich beschreiben. Die Sicherheitslage hat sich jedoch deutlich verbessert.

Touristen sehen sich vor allem Kleinkriminalität und hier insbesondere Taschendiebstahl ausgesetzt.

Taschendiebstähle

Grundsätzlich gilt für eine Kambodscha Reise: Du solltest vermeiden, Vermögensgegenstände wie Bargeld, Smartphones oder Kameras sorglos in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Pub Street in Siem Reap ist beispielsweise dafür bekannt, dass Taschendiebe es auf die Wertgegenstände argloser Touristen abgesehen haben. Also das iPhone besser in den Untiefen der Hosentasche aufbewahren als auf dem Tisch rumliegen zu lassen 🙂

Besonders in Phnom Penh kommt es immer wieder zu Diebstählen, bei denen von Mopeds und Motorrädern aus nach Wertgegenständen von Touristen auf der Straße, beim Motorradfahren oder in Tuk Tuks gegriffen wird.

Aber auch aus anderen Städten wie Sihanoukville wird von dieser Masche berichtet.

Für die Fahrt in einem Tuk Tuk empfehle ich Dir grundsätzlich, Rucksäcke und Taschen unter den Beinen zu verstauen. Teilweise sind die Tuk Tuks mit einem Gitter versehen, um das Treiben der Taschendiebe einzudämmen.

Für den Aufenthalt in einem Hotel oder Guest House würde ich grundsätzlich empfehlen, Wertgegenstände nicht auf dem Zimmer zurückzulassen. Sofern vorhanden, solltest Du den Minisafe im Zimmer oder den Hotelsafe nutzen.

Ich minimiere das Risiko schmerzhafter Diebstähle einfach dadurch, dass ich erst gar keine Habseligkeiten von unsagbarem Wert mitnehme 🙂

Betrug

Betrugsversuche gegenüber Touristen in Kambodscha sind vor allem in Form vorgegaukelter Wohltätigkeit vorzufinden. Gerade Kinder werden gerne eingesetzt, um Mitleid für eine Spende oder einen Kauf zu wecken.

Was Du wissen solltest: Das Geld kommt nicht immer da an, wo man vielleicht annehmen würde: Teilweise setzen Banden auf Mildtätigkeit und treiben die Erlöse ein. Die vermeintliche Spende fließt also in ein knallhartes Money-Business.

Willst Du Gutes tun, bist Du meiner Meinung nach grundsätzlich am besten beraten, ein seriöses Projekt oder eine renommierte Hilfsorganisation in Kambodscha finanziell zu unterstützen.

Sicherheit im Verkehr in Kambodscha

Chaotisch geht es im Straßenverkehr zu. Also Obacht für alle, die ein Fahrzeug mieten.

Aber auch als Fußgänger ist es ratsam, den Straßenverkehr wachsam zu beobachten.

Außerdem gilt für den Flugverkehr: Die wenigen Fluglinien, die in Kambodscha operieren, genießen international wenig Renommee.

Ich würde behaupten, der Verkehr ist das größte Risiko für Leib und Leben auf einer Kambodscha Reise (und nicht die Kriminalität) 🙂

Gefährlicher Straßenverkehr

Trotz anziehenden Infrastrukturinvestitionen sind die Straßen in Kambodscha größtenteils in dürftigem Zustand. Große Schlaglöcher, fehlende Straßenbeleuchtung und Schotterpisten sind in Kambodscha jedoch weiterhin vielerorts vorzufinden.

Die meisten Fahrzeuge sind alt und schlecht gewahrtet. Eine Aufsicht über den technischen Zustand von Fahrzeugen wie den TÜV in Deutschland gibt es in Kambodscha nicht. Auch eine grundsätzliche Haftpflichtversicherung für Fahrzeug oder Fahrzeughalter gibt es nicht.

Verkehrsregeln gibt es, sie werden aber weitestgehend ignoriert.

Motorrad- und Mopedfahrer sind oftmals ohne Helm unterwegs, auch wenn es hier Verbesserungen seit der Einführung der Helmpflicht gab.

Als Fußgänger solltest Du bei der Überquerung von Straßen immer achtsam sein. Selbst wenn Du an einer Ampel die Straße überquerst (davon gibt es nur wenige in Kambodscha), kann jederzeit unerwarteter Verkehr auf Dich zukommen.

Für Busreisen empfiehlt es sich, Busunternehmen mit modernen Reisebussen auszuwählen (oftmals als „VIP Bus“ bezeichnet). Teilweise sind Fernbusse alt und in dürftigem technischen Zustand.

Der ein oder andere Busfahrer machte bei meinen bisherigen Reisen einer übernächtigten Eindruck, was natürlich auch nicht vorteilhaft für die Sicherheit ist.

Reisen per Flugzeug / Flugverkehr

Inlandsflüge werden von den Fluggesellschaften Cambodia Angkor Air, Cambodia Bayon Airlines und Bassaka Air angeboten.

Die nationale Fluglinie Cambodia Angkor Air gilt als vergleichsweise sicher und operiert eine Flotte aus Airbus A321 Jets und ATR-72 Turboprop-Maschinen. Cambodia Angkor Air hat den besten Ruf in Kambodscha.

Cambodia Bayon Airlines und Bassaka Air sind relativ neu.

Cambodia Bayon Airlines fliegt mit chinesischen X’ian MA60 Turboprop-Maschinen, die als vergleichsweise unsicheres Flugzeugmuster gelten und in Europa und den USA keine Zulassung haben.

In Vergangenheit gab es bereits Flugzeugabstürze bei Inlandsflügen in Kambodscha.

Reisen per Fähre / Schiffsverkehr

Fähren gibt es z.B. zu Inseln wie Koh Rong (siehe Fähre nach Koh Rong) aber auch zwischen dem Tonle Sap und dem Mekong.

Zwischen Phnom Penh und Siem Reap wird Bootsverkehr über den Mekong und den Tonle Sap angeboten. Die eingesetzten Fähren sind vergleichsweise alt und erwecken nicht den Eindruck, europäischen Sicherheitsanforderungen zu genügen.

Das solltest Du wissen, bevor Du ein Ticket für eine Bootsfahrt buchst.

Munitionsreste, Blindgänger und Minen

Weite Teile von Kambodscha sind vollständig von Überbleibseln aus Kriegen in der Region befreit.

Als Gefährdungsgebiet für Munitionsreste, Blindgänger und Minen gelten jedoch weiterhin entlegenere Provinzen. Dazu gehört insbesondere die Grenzregion zu Thailand.

Beliebte Reiseziele wie Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville gelten dahingehend als sicher und es gibt keinen Anlass, ständige Sorge vor Blindgängern oder Minen zu haben.

Weitere Informationen zur Sicherheit im Reiseland Kambodscha

Wie bei allen Auslandsreisen solltest Du Dich vor Deiner Kambodscha-Reise mit den aktuellen Reise- und Sicherheitshinweisen vom Auswärtigen Amt auseinandersetzen.

Mein Überblick zur Kambodscha Sicherheit entspricht nicht mehr (und nicht weniger) als meinen persönlichen Eindrücken und Erfahrungen 🙂

Und klar, die sind nicht repräsentativ. Ich selbst würde Kambodscha nicht als gefährliches Reiseland einstufen.

Wie vor jede Reise gilt jedoch: Sich Gedanken über die Sicherheit zu machen und Informationen einholen, was als gefährlich gilt und worauf zu achten ist, das kann nicht schaden.

Patrick WoessnerAutor
Ich bin Patrick (32) und ich bin viel unterwegs. Der Reiseblog Trip Angkor ist nach der zweiten Kambodscha-Reise entstanden. Mittlerweile sind es noch noch einige mehr Reisen dorthin geworden. Mit der Zeit bin ich so etwas wie ein Kambodscha-Experte geworden und teile hier meine Erfahrungen.
Mehr Infos zu mir gibt es hier bei Trip Angkor auf der oder auch auf meiner Persönlichen Webseite.
17 Kommentare zu “Sicherheit in Kambodscha”
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